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Kalender 2010

Fünf Jahre Museum Lothar Fischer wird mit einer Schenkung der Familie Otto van de Loo gewürdigt PDF Drucken E-Mail
museumlf.jpgDie Eröffnung des Museums Lothar Fischer am 19. Juni 2004 war begleitet von tiefer Trauer um den vier Tage zuvor verstorbenen Stifter, aber auch von Skepsis im Hinblick auf seine Entwicklungschancen im Windschatten der Metropolen Nürnberg und Regensburg. Heute kann das Museum Lothar Fischer auf fünf erfolgreiche Jahre zurückblicken.

Es hat sich sogar zu einem der wichtigsten kulturellen Markenzeichen der Stadt entwickelt. Diese Leistung würdigt nun eine Schenkung der Familie Otto van de Loo an die Lothar & Christel Fischer Stiftung.
Der Münchner Galerist und Sammler Otto van de Loo stand seit Galeriegründung 1957 bis zur Übernahme des Kunsthandels durch seine Tochter Marie-José van de Loo im Jahr 1998 in enger freundschaftlicher Verbindung zu den Mitgliedern der anerkannten Künstlergruppe SPUR (1957-1965). Ihr gehörten Lothar Fischer, Heimrad Prem, Helmut Sturm und HP Zimmer an. Van de Loo bot der Münchner Künstlergruppe damals nicht nur ein wichtiges Ausstellungsforum, sondern er unterstützte sie auch durch Ankäufe und Aufträge. Wichtige Werke seiner Sammlung gingen u. a. als Schenkung 1991 an die Neue Nationalgalerie Berlin, 1993 an das Dresdner Kupferstichkabinett und 1997 an die Kunsthalle in Emden.
Im Jahr 1964 beauftragte er Lothar Fischer (1933-2004), der ihn öfters in seinem Haus am Walchensee besuchte, eine Skulptur für den Freiraum zu schaffen. Humpty-Dumpty sits on a horse hat die Familie van de Loo dort nun über 40 Jahre begleitet und erfreut.
Anlässlich des 5jährigen Bestehens erhält das Stiftermuseum nun diese prächtige Skulptur als Schenkung. Sie ist nicht nur als eine Anerkennung an die Leistungen des Künstlers der Galerie van de Loo zu verstehen, sondern gilt auch als Würdigung an das noch junge Museum in Neumarkt.
Humpty-Dumpty sits on a horse ist eine der wenigen Steinarbeiten, die der Bildhauer geschaffen hat und zählt neben dem bedeutenden Wagenlenkerrelief von 1962, das sich heute im Foyer des Ausstellungshauses in Neumarkt befindet, zu den Hauptwerken der SPUR-Zeit. Mit dem Werktitel bezieht sich Fischer auf die erste Zeile des alten englischen Kinderreims Humpty Dumpty sat on a wall. Humpty Dumpty ist hier eine kleine, dickliche oder eiförmige Person, die auch zerbrechlich ist und sich schwer reparieren lässt. Bekannt ist er als Figur von Lewis Carroll, der ihn in Alice hinter den Spiegeln (1871), eine Fortsetzung von Alice im Wunderland, auftreten lässt. Humorvoll verleiht Fischer seinem Humpty-Dumpty-Reiter vom Walchensee einen deutlich erkennbaren eierförmigen Kopf.
Das Thema Ross und Reiter hat den Künstler zeitlebens beschäftigt, zuletzt in der Brunnenanlage Drei Reiter, die 2002 auf dem Residenzplatz in unmittelbarer Nähe des Museums installiert wurde. Nach der offiziellen Übergabe der Schenkung am 5. Juli 2009 wird die überlebensgroße Skulptur Humpty-Dumpty sits on a horse am Treppenturm des Museums dauerhaft zu sehen sein.

humpty_dumpty.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Bild: Lothar Fischer - Humpty-Dumpty sits on a horse, 1964/1965
Stein, 255 x 190 x 40 cm, WV Dornacher 307, VG Bild-Kunst Bonn

 

 
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