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Geburten in Neumarkt zurückgegangen |
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Laut Angaben des Standesamtes ist die Zahl der in Neumarkt Geborenen im
letzten Jahr deutlich zurück gegangen. Waren es im Jahr 2006 noch 795
Neugeborene, bei denen in der Geburtsurkunde Neumarkt als Geburtsort
eingetragen wurde, so wurden letztes Jahr 706 Geburten vermerkt. Dabei
wurden im letzten Jahr 371 Jungen und 335 Mädchen in Neumarkt geboren.
Bei den 706 Geburten des Jahres 2007 handelt es sich um 246 Geburten
aus dem Stadtgebiet, während bei 377 Kindern die Eltern im Landkreis
und bei 83 Kindern außerhalb des Landkreises wohnen.
Die Auswertung der Geburtenzahlen ergibt, dass 565 der Geburten des
Jahres 2007 ehelich erfolgten, 141 waren nichteheliche. Diese Zahl ist
leicht gesunken, nach 146 nichtehelichen Geburten im Jahr 2006. Aber
insgesamt zeigt sich doch über einen längeren Zeitraum eine Zunahme bei
den nichtehelichen Geburten, die im Jahr 2000 noch bei 92 gelegen
waren.
Auch die Zahl der Geburten, bei denen ein oder beide Elternteile
Ausländer sind, ist rückläufig. 97 Kinder mit ausländischem
Familienhintergrund wurden 2007 geboren; zum Vergleich: 2006 waren es
126 gewesen.
2007 sind auch keine Zwillinge in Neumarkt geboren worden. Im Jahr
2000 z.B. gab es 11 Zwillingsgeburten und ein Jahr danach immerhin noch
7 Zwillingsgeburten in Neumarkt. 2006 dagegen war deren Zahl bei 3
gelegen.
Interessant ist auch die Zahl der Geschwister in den Familien, in
denen ein Neugeborenes zu vermelden war. Kamen im Jahr 2000 noch 194
Neugeborene aus Familien mit mehr als drei Kindern, so waren es 2007
lediglich 91. In 375 Fällen und damit bei der Mehrzahl der 2007
Geborenen handelt es sich um das bisher einzige Kind in der Familie.
Für Oberbürgermeister Thomas Thumann sind dies durchaus ernst zu
nehmende Entwicklungen. Gerade wenn man die Zahl der Geburten in den
letzten zehn Jahren betrachtet, so sei die Entwicklung schon Besorgnis
erregend. Nimmt man nur die Zahl der in Neumarkt Neugeborenen, bei
denen die Eltern auch in Neumarkt leben, so sank diese Zahl von 368 im
Jahr 1998 auf 246 im Jahr 2007, ein Rückgang um rund ein Drittel. „Wir
als Stadt haben hier seit Jahren deutliche Zeichen mit unseren
Maßnahmen gesetzt und unsere Absicht dokumentiert, für Familien mit
Kindern gute Bedingungen bieten zu wollen. Alleine für den
Baukostenzuschuss an Familien von 10.000 € pro Kind für städtische
Grundstücke haben wir bisher bereits mehr als eine halbe Million € an
Familien weiter gereicht. Auch für den Betreuungszuschuss für Familien
mit zwei und mehr Kindern in einer Betreuungseinrichtung der Stadt
bringen wir jedes Jahr rund 30.000 € auf.“ Dies und das große
finanzielle Engagement der Stadt bei der Kleinkinderbetreuung, bei den
Spielplätzen, Kindergärten, Schulen und in der Mittags- und
Nachmittagsbetreuung seien das eine.
Aber finanzielle und materielle Anreize seien, wie auch
Untersuchungen belegen, zwar wichtig, aber sie seien nicht ursächlich
für den Kinderwunsch der Eltern. Hier gelte es gesamtgesellschaftlich
ein Klima zu erreichen, in dem Kinder nicht als Karrierehemmer,
finanzielles Risiko oder Belastung angesehen werden, sondern als
Bereicherung des Lebens.
Zugleich müssten die Verantwortlichen aber auch zur Kenntnis
nehmen, dass der Rückgang Auswirkungen auf die Kommunen haben werde.
Daher gelte es, sich auf den Bevölkerungsrückgang einzustellen und
zugleich zu versuchen, ihn zu kompensieren. „Ein Aspekt ist die Frage
des Zuzugs von Neubürgern. Und da wird es zusehends wichtiger werden,
wie wir uns als Stadt Neumarkt möglichen interessierten Zuzugswilligen
präsentieren. Hier denke ich, sollten wir die positiven Seiten unsere
Stadt als „Marke Neumarkt“ ausbauen und dafür unsere Stärken bündeln
und sie nach außen tragen.“
Diese Einschätzung wird durch Aussagen bei den von der Stadt seit
etwa zwei Jahren durchgeführten Empfängen für Neubürger belegt. Im
Durchschnitt werden dazu pro Quartal jeweils etwa 400 neu Zugezogene
ins Rathaus eingeladen. Die dabei auf Initiative von Oberbürgermeister
Thumann durchgeführte Fragebogenaktion gibt einen Einblick in die
Gründe des Umzugs nach Neumarkt und für die Kriterien der Entscheidung
zugunsten Neumarkts. „Interessant ist dabei, dass der Grund für einen
Umzug nach Neumarkt bei vielen vor allem im familiären Bereich liegt;
dann erst folgen berufliche Ursachen. Aus den Befragungen wissen wir
auch, dass bei der Entscheidung der Neubürger die Attraktivität der
Stadt Neumarkt im Hinblick auf die Grünanlagen, die Natur und den
Freizeitwert die entscheidenden Argumente pro Neumarkt sind. Daneben
spielen Wohn- und Lebensqualität sowie die guten Arbeitsbedingungen
eine Rolle.“ Und noch etwas kann eine wichtige Kennzahl sein: Unter den
befragten Neubürgern stammten 87 Prozent nicht aus dem Landkreis,
sondern aus der Metropolregion, dem übrigen Bayern oder anderen
Bundesländern. Lediglich fünf Prozent kamen aus dem Ausland.
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