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Mit ihrer aktuellen Veranstaltungsreihe hat das Familiennetz Neumarkt zusammen mit dem Katholischen Bildungswerk ins Schwarze getroffen. Das hat die voll besetzte Aula des Landratsamtes gezeigt, als Referent und Gehirnforscher Prof. Dr. Joachim Bauer aus Freiburg mit seinem Vortrag "Warum Menschen mitfühlen können", das Publikum in seinen Bann zog. Zweifellos wissen wir heute sehr viel mehr über das Gehirn als noch vor zehn Jahren. Trotzdem gilt das Gehirn des Menschen immer noch als eines der größten Geheimnisse, dessen Komplexität erstaunlich ist.
Durch moderne Techniken ist es möglich, am noch lebenden Menschen Studien zu betreiben. Mit Hilfe bild gebender Verfahren, wie der Positronenemissionstomographie (PET) oder der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), können physiologische oder biochemische Aktivitäten im Gehirn sichtbar gemacht werden. Und genau diesem Umstand verdanken wir neuerliche Erkenntnisse über unser Gefühlsleben. Bei seinem Vor trag belegte Bauer anhand von Studien und internationalen Untersuchungen, dass bei menschlicher Zuneigung bestimmte Hormone ausgeschüttet werden, die Drogenwirkung haben und motivieren. Ein Mensch kann also auf einen anderen wie eine Droge wirken. Daneben gibt es aber auch Regionen im Gehirn, in denen nicht nur körperlicher, sondern auch seelischer Schmerz visuell darstellbar ist. Soziale Ausgrenzung oder Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern führen zwangsläufig zu seelischem Schmerz. Folgen können Suchtverhalten und Aggressivität sein. Kinder flüchten oft in die virtuelle Welt des Internets oder Fernsehens. Dabei werden ihre Gehirne mit Killerspielen, Horrorfilmen und stupiden Unterhaltungssendungen bombardiert. Wir müssen lernen, unser Gehirn nicht als Mülleimer zu missbrauchen. Beider Ernährung wählen wir gesunde Lebensmittel aus, bei Informationen, die wir in unser Gehirn lassen, tun wir das nicht. Ein anderes Vortragskapitel befasste sich mit den sog. Spiegelneuronen. Warum können Menschen sich spontan verstehen, fühlen was andere fühlen und sich intuitiv eine Vorstellung davon machen, was andere in etwa denken? Die Erklärung dieser Phänomene liefern die sog. Spiegelnervenzellen. Diesen Zellen ist es egal, ob wir Handlungen selbst ausführen oder sie bei anderen beobachten. Stellen Sie sich vor, sie sehen eine Person, die gerade in eine Zitrone beißen möchte. Sie wissen, was nun kommt? Wenn ja, dann sind Ihre Spiegelnervenzellen in Ordnung. Denn mit ihrer Hilfe gelingt es, uns in andere hineinzuversetzen.
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