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Das Geschäftsjahr 2007 war für die Pfleiderer AG trotz schwieriger
Rahmenbedingungen das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte.
„Nachdem wir 2007 trotz aller Widrigkeiten rund um unser Nordamerikageschäft eine sehr respektable Umsatz- und Ergebnissteigerung erzielt haben, stehen die Zeichen bei Pfleiderer auch für 2008 auf profitablem Wachstum. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, um trotz der sich eintrübenden konjunkturellen Lage in 2008 in allen Segmenten weiter wachsen zu können“, so der Vorstandsvorsitzende der Pfleiderer AG, Hans H. Overdiek.
So wurde der Konzernumsatz um 27 Prozent auf 1.801 Millionen Euro
gesteigert. Das EBITDA–Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen
kletterte um 20 Prozent auf 248,7 Millionen Euro. Die Profitabilität
war mit einer EBITDA-Marge von 13,8 Prozent weiterhin hoch, obwohl
insbesondere mit der Pergo Integration und mit
Restrukturierungen Einmalbelastungen von 21,6 Millionen Euro zu
verkraften waren. Trotz des sich eintrübenden Konjunkturumfeldes soll
der Konzernumsatz auf 2 Milliarden Euro steigen, bei einer angestrebten
EBITDA-Marge von
15 Prozent.
Hans Overdiek
Rückblickend
auf die letzten vier Jahre weist Pfleiderer ein durchschnittliches
Umsatzwachstum von 33 Prozent pro Jahr aus. Die gesteigerte
Profitabilität spiegelt sich in einem überdurchschnittlichen
Ergebniswachstum von 48 Prozent pro Jahr wider. Dabei wurden neben
einem signifikanten organischen Wachstum auch die Übernahmen von Kunz
und Pergo gestemmt. Damit ist Pfleiderer zu den "Top 3 Anbietern" in
der Holzverarbeitungsbranche aufgestiegen und hat die Konsolidierung
der Branche aktiv vorangetrieben, ohne dabei den Fokus auf eine solide
Bilanzstruktur und ein gutes operatives Geschäft mit nachhaltig hohem
Cashflow aus den Augen zu verlieren, hieß es.
Im Geschäftsjahr 2007 hat Pfleiderer die Basis für weiteres
profitables Wachstum gelegt. Das organische Wachstum lag bei 11
Prozent, die Portfolioerweiterung durch die Pergo-Akquisition
brachte einen zusätzlichen Umsatzschub um 16 Prozent. Der Konzernumsatz
wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn keine negativen Währungseffekte
angefallen wären. Trotz zum Teil massiver Preissteigerungen auf der
Rohstoff- und Energieseite wurde die Profitabilität weiter erhöht. So
wurde die Bruttomarge von 26,8 Prozent auf 27,3 Prozent verbessert, die
Personalkostenquote schrumpfte von 16,9 Prozent auf 14,8 Prozent.
Beides trug zur guten Entwicklung des EBITDA bei, das mit 248,7
Millionen Euro am oberen Ende der selbst gesteckten Spanne von 240 bis
250 Millionen Euro lag.
Wegen der Akquisitionen erhöhten sich die Abschreibungen von 75,2
Millionen Euro auf 111,9 Millionen Euro, so dass das EBIT lediglich um
rund 3 Prozent auf 136,8 (133,0) Millionen Euro zulegte. Die Pergo-Transaktion
führte zu einem Finanzergebnis von -46,0 Mio Euro nach -40,3 Millionen
Euro im Vorjahr. Entsprechend nahm der Vorsteuergewinn für die
fortzuführenden Aktivitäten auf 90,6 (92,4) Millionen Euro ab. Dank
einer deutlich auf 12 Prozent gesunkenen Steuerquote legte der
Nachsteuergewinn um 19 Prozent auf 79,7 Millionen Euro zu. Bei einer
auf 52,3 Millionen gestiegenen Aktienzahl (Vorjahr: 50,3 Millionen
Aktien) blieb das Ergebnis je Aktie mit 1,00 Euro unverändert.
Pfleiderer verfügt über eine solide Bilanzstruktur, hieß es. Dies
zeigt sich in einer Eigenkapitalquote von 41,7 Prozent (Vorjahr
39,5Prozent) und einem mit 0,8 kaum veränderten Verschuldungsgrad.
Zudem hat das Unternehmen bisher nicht ausgenutzte Bankkreditlinien von
rund 1,3 Milliarden Euro und damit ausreichend Spielraum, um Chancen
zur Erweiterung des Unternehmensportfolios gezielt zu nutzen.
Notwendige Investitionen zur Erweiterung und dem Erhalt des
operativen Geschäfts in Höhe von 183 Millionen Euro wurden in 2007
durch den stark gestiegenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
in Höhe von 198 (111) Millionen Euro abgedeckt. Im Berichtsjahr
investierte Pfleiderer für Akquisitionen insgesamt 392 Millionen Euro
(davon 306 Millionen Euro für Pergo und 86 Millionen Euro für Prospan
in Polen). Einher ging eine Erhöhung der Nettoverschuldung auf 618,2
(Vorjahr 414,6 Millionen Euro) Millionen Euro.
Die Region Westeuropa konnte in 2007 die EBITDA-Marge von 13,3
Prozent auf 16,3 Prozent verbessern. Hierin zeigt sich zum einen die
gute Nachfrage nach margenstarken Produkten, zum anderen die verstärkte
Kosteneffizienz an allen Standorten. Ohne die
rationalisierungsbedingten Einmalaufwendungen in Höhe von 7,1 Millionen
Euro wäre dieser Wert sogar noch besser ausgefallen. Insgesamt wies das
Segment Westeuropa ein um 55 Prozent auf über 160,7 Millionen Euro
gestiegenes EBITDA aus. Der Segmentumsatz stieg in 2007 kräftig um 26
Prozent auf 986,7 Millionen Euro. Zu dieser Entwicklung trugen sowohl
das organische Wachstum als auch die Erstkonsolidierung der
europäischen Pergo Aktivitäten in gleichem Umfang bei.
Wie attraktiv die Investitionen in die Region Osteuropa waren,
zeigt sich in den Wachstumsraten des Jahres 2007. Diese beliefen sich
beim Umsatz mit plus 31 Prozent (auf 393 Millionen Euro) auf den
annähernd vierfachen Wert des dortigen Branchenwachstums von 8 Prozent.
Der Erfolg basierte auf einem starken organischen Wachstum, der
Inbetriebnahme neuer Kapazitäten und dem Kauf der restlichen Anteile an
Prospan. Trotz der in 2007 realisierten Anlaufkosten in den neuen
Werken in Polen und Russland sprang das EBITDA des Segments um 37
Prozent auf 77,6 (56,5) Millionen Euro. Die EBITDA-Marge nahm von 18,8
Prozent auf 19,7 Prozent zu.
Das Nordamerikageschäft litt in 2007 deutlich unter den schwierigen Rahmenbedingungen ausgelöst durch die Subprime-Krise. Zudem belastete der schwache US-Dollar den Export aus Kanada in die USA. Dennoch konnte Pfleiderer aufgrund der Pergo-Übernahme
und dem Ausscheiden von Wettbewerbern Marktanteile hinzugewinnen. Das
Unternehmen hat in 2007 seine Hausaufgaben gemacht und die notwendigen
Schritte umgesetzt, um in Nordamerika auch 2008 weiter wachsen zu
können, hieß es.
Über die Festigung der strategischen Position hinaus ergeben sich durch
die Pergo Integration Synergien, die zu Einsparungen von 30 Millionen
Euro führen werden. Die in diesem Zusammenhang notwendige
Restrukturierung erforderte 2007 Einmalaufwendungen von 14,5 Millionen
Euro. Hinzu kamen die Auswirkungen aus dem schwachen Marktumfeld, das
insbesondere den Absatz im Bereich Flooring beeinträchtigte. Unter dem
Strich wies das Segment daher ein EBITDA von 16,6 Millionen Euro aus im
Vergleich zu 52,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte von 349,6
Millionen Euro auf 443,0 Millionen Euro zu.
Für das Geschäftsjahr 2008 ist Pfleiderer trotz der Eintrübung der
konjunkturellen Rahmenbedingungen zuversichtlich. So soll der
Konzernumsatz aufgrund positiver Entwicklungen in den Regionen
gegenüber 2007 weiter steigen. Der Konzern rechnet mit einem leichten Top-Line-Wachstum in Europa aufgrund der anhaltend guten Verfassung der Holzwerkstoff-
Die ganzjährige Konsolidierung der Werke in Polen (Grajewo) und
Russland (Novgorod) und der dortige Ausbau der Kapazitäten werden sich
im Geschäftsjahr 2008 positiv auf die Ertragskraft auswirken. Der
Konzern rechnet im Zuge der Marktkonsolidierung zudem mit weiteren
deutlichen Marktanteilsgewinnen in Nordamerika. Dies wird sich dank
signifikant gestiegener Auftragseingänge bereits im 1. Quartal in einem
Umsatzanstieg in Nordamerika niederschlagen. Generell bleibt der Markt
in Nordamerika jedoch angesichts der konjunkturellen Unwägbarkeiten und
der Schwäche des US-Dollars auch in 2008 schwierig.
Trotz des global schwierigen Umfelds rechnet Pfleiderer für 2008 mit
einem Anstieg im EBITDA. Ziel ist eine EBITDA-Marge von 15 Prozent für
die Gruppe. Zu dieser Aufwärtsentwicklung sollen neben dem
Umsatzwachstum insbesondere die in allen Bereichen verbesserte
Kostenbasis beitragen. Der Konzern rechnet mit Margenverbesserungen in
Westeuropa durch das Rationalisierungsprogramm "Future BC West".
Pfleiderer erwartet zudem Synergieeffekte aus den bereits umgesetzten
Rationalisierungsmaßnahmen in Nordamerika von rund 30 Millionen Euro.
Auch im osteuropäischen Raum soll die Kostenbasis um 15 Millionen Euro
verbessert werden.
Der Konzern rechnet damit, die Belastungen aus Rohstoff- und
Energiepreiserhöhungen im Wesentlichen weitergeben zu können. Für
Osteuropa ist, angesichts einer Verlangsamung des Wachstums in Polen
bei gleichzeitig gestiegenen Kapazitäten im Markt und einer Auf-wertung
des Zloty zu Beginn des Jahres, mit einer temporär moderaten
Margenentwicklung zu rechnen. Das starke Wachstum in Russland wird
diese Entwicklung jedoch in Teilen kom-pensieren.
Die geplanten Investitionen von rund 200 Millionen Euro werden 2008 aus dem Cashflow
finanziert werden. Pfleiderer ist weiteren Akquisitionen zur Abrundung
des Portfolios gegenüber offen, wird diese aber von einer gefestigten
Ertragslage im Unternehmen abhängig machen, hieß es in München.
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