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„Meins bleibt meins“ - Aktion des ADFC zum Fahrrad-Diebstahlschutz PDF Drucken E-Mail
adfcAm Samstag, 07.06.2008 veranstaltet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Neumarkt auf dem Rathausplatz einen Aktionstag zur Vorbeugung gegen Fahrrad-Diebstähle. "Sommerzeit ist Radl-Saison, aber leider auch Fahrrad-Diebstahl-Saison" erklärt Olaf Böttcher, Vorsitzender des ADFC-Kreisverband in Neumarkt.
Wer sein Rad an einen Langfinger verloren hat, kennt die unangenehmen Gefühle: Erst Wut, dann Ärger und schließlich jede Menge Rennerei. Viele Radler wollen die Diebe nicht mit wertvollen Velos locken. "Sie trauen sich deshalb nur mit Schrotträdern auf die Straße", sagt Böttcher.
Drastische Worte. Doch ein Blick auf die Diebstahlstatistik beweist: Jedes Jahr verschwinden fast eine halbe Million Räder. Geklaut, verscheuert oder einfach in den Straßengraben geworfen. Da lässt so mancher sein hochwertiges Rad lieber sicher angekettet im heimischen Keller. Denn Fakt ist: Das Gefahrenpotenzial ist und bleibt gewaltig.
Vielerorts werde Fahrraddiebstahl als "Bagatelldelikt" abgetan, kritisiert Böttcher. In vielen Städten fehlen sichere Abstellmöglichkeiten. Die Polizei verfolgt diese Straftaten mit recht unterschiedlichem Engagement. Deshalb ist vor allem Hilfe zur Selbsthilfe angesagt: Mit guten Schlössern, sinnvoll gewählten Parkplätzen, einer Fahrrad-Versicherung und nicht zuletzt mit der bewährten Fahrrad-Codierung zeigt man den Dieben schon vorab die rote Karte.
"Wer sein Fahrrad codieren lässt, macht Langfingern das Leben schwer", so Böttcher. Denn ohne Eigentumsnachweis kommen sie mit dem zweirädrigen Diebesgut nicht weit: Die Codierung zeigt sofort, wer der Eigentümer des geklauten Rads ist. Die Codierung erschwert also mehr als nur den Weiterverkauf, insbesondere den über Flohmärkte oder via Internet. Der Verkaufswert des Diebesguts sinkt erheblich, während der Grad der Abschreckung und die Hemmschwelle für potenzielle Diebe steigt. Eine Codierung kann, wie die bisherige Erfahrung lehrt, die Zahl der Diebstähle also deutlich senken und die Aufklärungsquote erhöhen.
Das Prinzip basiert auf einem von der Polizei in Bergisch-Gladbach entwickelten und von der Polizei in Friedberg (Hessen) perfektionierten Codierverfahren und ist einfach: Eine Graviermaschine verewigt auf dem Rahmen des Fahrrads einen verschlüsselten personenbezogenen Code, der aus einer individuellen Ziffern- und Buchstabenkombination besteht. Sie setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, sowie den Eigentümer-Initialen, möglichst ergänzt durch eine zweistellige Jahreszahl der Codierung. Der Vorteil: Polizei oder Fundbüro erkennen anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads und können ihn im Falle eines Diebstahls informieren – ohne Rückgriff auf Datenbanken. Die Rahmennummer allein gibt nicht genügend Informationen. Sie wird vom Hersteller ohne erkennbares System eingestanzt – mit Dopplungen und ohne zentrale Nummernkartei. 90 Prozent aller aufgefundenen Räder finden trotz Rahmennummer nicht mehr zu ihrem Eigentümer zurück, auch weil dieser sein Rad nicht eindeutig beschreiben kann. Hier schafft die Fahrradcodierung Abhilfe – am besten in Verbindung mit einem bundeseinheitlichen Fahrradpass.
Wie kommt der Code ins Fahrrad? Mit einem spanabhebenden Verfahren wird der Code 0,1 bis 0,2 Millimeter tief in das Metall des Fahrradrahmens eingraviert. Ein Aufkleber mit Sichtfenster verhindert die Korrosion. Die Codierung wird auf der rechten Seite des Sattelrohrs angebracht. Polizei und Fahrradhändler achten besonders auf diese Stellen, ein Überkleben des Codes durch den Dieb fällt dadurch schnell auf.
Manche Radler befürchten, der Rahmen ihres Fahrrades könnte durch die Codierung bruchanfällig werden. Doch diese Sorge ist unbegründet! Die Technische Universität Aachen stellt in einem Gutachten fest, dass eine Gravurtiefe von bis zu 0,2 Millimetern bei einem Aluminium- oder Stahlrohrrahmen keine Beeinträchtigung für die Rahmenstabilität bedeutet. Rahmen aus Carbon und ultraleichte Rennradrahmen eignen sich dagegen nicht für die Gravur. Sehr kleine Kinderrahmen, aber auch die in Mode gekommenen Sonderformen sind mit den gebräuchlichen Codiergeräten häufig nicht oder nur mit erheblichem Mehraufwand zu codieren. Ein möglicher Umzug ist hingegen kein Argument gegen die Fahrradcodierung: Anhand der alten Adresse kann das Einwohnermeldeamt den aktuellen Wohnsitz schnell feststellen. Wer viel umzieht, kann auch seinen festen Zweitwohnsitz (beispielsweise den der Eltern) für die Codierung verwenden.
Am Stand des ADFC am Rathausplatz in der Neumarkter Innenstadt können ab 09:30 Uhr alle interessierten Bürger ihr Fahrrad codieren lassen. Erwachsene zahlen 12,- Euro, Kinder 6,- Euro, Familien 30,- Euro für die Codierung Ihres Fahrrades. ADFC-Mitglieder bekommen diesen Diebstahlschutz zum halben Preis.
Die folgenden Sachen sind zu einer Fahrradcodierung mitzubringen: Das eigene Fahrrad, ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) für das Fahrrad. Vorsicht: Ein Kassenbon reicht nicht aus. Fehlt der Eigentumsnachweis, wird der ADFC auf einer sogenannten Eigentumserklärung bestehen, die er später der Polizei zur Überprüfung überlässt, ein Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass) und etwas Zeit, da die eigentliche Codierung des Fahrrads zwischen zehn und 15 Minuten dauert.
Fragen zur Fahrrad-Codierung beantworten die ADFC-Aktiven gerne am Samstag vor Ort am Infostand. Außerdem gibt es die genannten Fahrradpässe und jede Menge Informationen, was noch wichtig ist, um sein Fahrrad besser vor Diebstahl zu schützen.


 
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